Be­kämp­fung Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung


Aus dem eng­li­schen kom­mend spricht man von An­ti Mo­ney Lau­der­ing (AML) und Coun­ter-Fi­nan­cing of Ter­ro­rism (CTF). In Deutsch­land kennt man es un­ter Be­kämp­fung Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung.

Was, wenn AML / CTF nicht nur auf ei­nen Na­mens-Check be­grenzt wer­den ?

Die AML / CTF Re­geln und Vor­schrif­ten sind ei­nes der heiß dis­ku­tier­tes­ten The­men der letz­ten zehn Jah­re. Als klei­nes Un­ter­neh­men dem Ge­setz un­ter­wor­fen wer­den die Auf­ga­ben im­mer kom­ple­xer.

Wie ge­lingt die Um­set­zung von Know Your Custo­mer (KYC)

KYC be­deu­tet ei­ne gu­te Kennt­nis sei­nes Kun­den zu ha­ben (dar­un­ter fal­len u.a. die Ge­sell­schafts­form, bis hin zu den Pri­vat­per­so­nen als An­teils­eig­ner, die Her­kunft des Gel­des und die da­mit ver­bun­de­nen Ak­ti­vi­tä­ten)

Die­se In­for­ma­tio­nen, müs­sen sie prü­fen, da­mit Sie ein kla­res Ur­teil über ih­re Kun­den fäl­len kön­nen und die po­ten­zi­el­len AML / CTF Ri­si­ken iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, de­nen sie aus­ge­setzt wer­den könn­ten.

Im Zu­ge der KYC Über­prü­fung ist es au­ßer­dem er­for­der­lich, zu über­prü­fen, ob ihr Kun­de zu dem Kreis der Po­li­ti­cal­ly Ex­po­sed Per­sons (PEP) ge­hört und ob Sank­tio­nen ge­gen ihn oder sein Land be­stehen. Die­se Über­prü­fung so­wie die um­fang­rei­che Nut­zung der Such­ma­schie­nen im In­ter­net die­nen der Mi­ni­mie­rung Ih­res Re­pu­ta­ti­ons­ri­si­kos, da Sie das Wis­sen über Ih­ren Kun­den er­heb­lich er­wei­tern.

Mitt­ler­wei­le gibt es hier­zu auch Spe­zia­lis­ten die sich auf die­ses Fach­ge­biet spe­zia­li­siert ha­ben. Meis­tens reicht es im Mit­tel­stands­un­ter­neh­men oder bei Treu­hän­dern nicht aus, ei­gen­stän­dig das Ri­si­ko sach­ge­recht ein­zu­schät­zen und die not­wen­di­ge Über­wa­chung zu im­ple­men­tie­ren. Je ris­kan­ter ein Kunde/​Man­dat / Kli­ent ist, des­to stren­ger muss die Über­wa­chung sein .

Dies ist, was wir den ri­si­ko­ba­sier­ten An­satz der Due Di­li­gence (Risk Ba­sed Ap­proach Due Di­li­gence) nen­nen – ein Kon­zept, wel­ches in das Ge­setz vor ei­ni­gen Jah­ren ein­ge­führt und als Geld­wä­sche­ge­setz (GwG, 13.08.2008) de­fi­niert ist.

Der ri­si­ko­ba­sier­te An­santz (Risk-Ba­sed Ap­proach – RBA) und sei­ne Fol­gen :

Ei­ni­ge Fach­leu­te sind der An­sicht, dass AML / CTF Ver­pflich­tun­gen mit ei­nem Na­me-Check er­füllt sind. Al­ler­dings be­schränkt sich das Ge­setz nicht auf die­se Ak­ti­on.

So­bald Sie Ih­re ris­kan­tes­ten Kun­den iden­ti­fi­ziert ha­ben, de­fi­nie­ren sie die Ebe­ne der Über­wa­chung und ihr ge­sam­tes AML Ri­si­ko­ma­nage­ment.

Das be­deu­tet :

• re­gel­mä­ßi­ge Über­wa­chung der Kun­den-Trans­ak­tio­nen

• Ein re­gel­mä­ßi­ger Na­me-Check

Wie kann man die Über­wa­chung der Kun­den ge­währ­leis­ten und or­ga­ni­sie­ren ?

Die Ant­wor­ten sind nicht ein­fach zu fin­den, wie die nach­ste­hen­den Bei­spie­le zei­gen :

  • Re­prä­sen­tiert ei­ne PEP das glei­che Ri­si­ko wie ein Hand­wer­ker ?
  • Hat der lo­ka­le Holz­händ­ler das glei­che Ri­si­ko wie ei­ne Per­son die Edel­holz aus Afri­ka oder Asi­en im­por­tiert ?
  • Wie soll man da­mit um­ge­hen, wenn ein Kun­de sich zur Be­reit­stel­lung von In­for­ma­tio­nen wei­gert ?
  • Ist ein neu­er Kun­de mehr oder we­ni­ger ris­kant als ein al­ter Kun­de ?
  • Wie soll ich da­mit um­ge­hen, wenn es ei­nem Kun­den nicht mög­lich, die Quel­le der Gel­der ein­deu­tig zu de­fi­nie­ren ?

Wie kön­nen sie die Kri­te­ri­en für die Ein­stu­fung de­fi­nie­ren ?

Bei der De­fi­ni­ti­on ih­rer Me­tho­dik müs­sen Sie ei­ne Lis­te von Kri­te­ri­en be­stim­men, wel­che sich auf das AML Ri­si­ko des je­wei­li­gen Kun­den aus­wir­ken oder über IT-Lö­sun­gen ver­fü­gen.

Was auch im­mer ih­re Lö­sung sein wird, Sie müs­sen Ih­ren Kun­den auf der Grund­la­ge der fol­gen­den Ri­si­ken klas­si­fi­zie­ren :

  • Ist mein Kun­de rich­tig iden­ti­fi­ziert ?
  • Im­pli­ziert mein Kun­de ein geo­gra­fi­sches Ri­si­ko ?
  • Wie ste­he ich in der Be­zie­hung zu ihm ? Und wie kam die­se zu­stan­de ?
  • Stellt sei­ne Haupt-oder Ne­ben­tä­tig­keit ein Ri­si­ko dar ?
  • Stellt sein ge­gen­wär­ti­ges oder er­war­te­tes Ver­hal­ten ein Ri­si­ko dar ?

Wel­chen An­satz sie auch ver­fol­gen wer­den, die­se Kri­te­ri­en müs­sen sie bei Ih­rer Kun­den-Klas­si­fi­zie­rung be­rück­sich­ti­gen.

Die Ant­wort lau­tet auf je­den Fall : der Na­me-Check al­lein reicht nicht aus und re­prä­sen­tiert kei­ne Er­fül­lung Ih­rer AML Ver­pflich­tun­gen. Ein gu­tes Wis­sen über ih­re Kun­den und die Iden­ti­fi­ka­ti­on von Ri­si­ken er­mög­li­chen es Ih­nen die Ver­laufs­un­ter­su­chung zu im­ple­men­tie­ren und zu be­stim­men, ob das Kun­den­pro­fil in die ei­ge­ne Kun­den­struk­tur passt oder sich ein hö­he­res AML Ri­si­ko er­gibt.